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Weihnachtsgewürz Zimt - gesund oder gefährlich?

Zimt ist nicht nur ein beliebtes Gewürz in der Weihnachtszeit, sondern ist auch gesund und besitzt auch eine Vielzahl an positiven, gesundheitsförderlichen Eigenschaften. Nicht zuletzt aufgrund seiner Effekte auf Übergewicht, Diabetes und Entzündungen ist es in aller Munde. Als Expertin auf dem Gebiet habe ich mich über viele Jahre mit dem Thema Zimt in meiner Doktorarbeit beschäftigt. Sehr gerne möchte ich Dir das „Wundergewürz“ näher bringen.

Zimtstangen

Zimt ist ein beliebtes Gewürz in der Weihnachtszeit


Zimt wird schon seit vielen Jahrhunderten als Gewürz, in der Traditionellen Chinesischen Medizin aber auch als Heilmittel angewandt, und gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt. Aus den arabischen Ländern nach Europa kam der süßlich duftende Zimt erst im 14. Jahrhundert. Zimt verfeinert nicht nur Zimtsterne, Lebkuchen, Bratäpfel und schmeckt gut zu Milchreis, sondern hat laut Forschungserkenntnissen auch einige positive Effekte auf Deine Gesundheit. In der orientalischen Küche wird Zimt nicht nur für Süßspeisen, sondern auch in deftigen Speisen rege eingesetzt.

Was genau ist Zimt?

Bei Zimt handelt es sich eigentlich um einen immergrünen Baum, der 6-10 Meter hoch werden kann. Der eigentliche Zimt, wie wir ihn kennen, wird aus der Rinde des Baumes gewonnen. Diese wird abgeschält und getrocknet, woraus die typischen aufgerollten Zimtstangen entstehen.
In genau dieser Rinde stecken auch die vielen wirksamen Inhaltsstoffe des Zimtes. Die Zimtrinde enthält ätherische Öle, dessen Hauptbestandteile sogenanntes Zimtaldehyd und Eugenol sind. Ihnen wird die Hauptwirkung im Zimt zugesprochen.

Zimt ist nicht gleich Zimt

Zwei Hauptsorten von Zimt werden unterschieden, der Cassia-Zimt, auch als chinesischer Zimt bekannt, und der Zeylon-Zimt, auch echter Zimt genannt. Cassia-Zimt ist dabei der übliche Gewürzzimt, der im Handel zu finden ist. Der feinere Zeylon-Zimt ist teurer und daher eher in der Apotheke oder ausgewählten Geschäften zu finden. Der preiswertere Cassia-Zimt enthält relativ viel Cumarin, während die Cumarinmengen im Zeylon-Zimt vernachlässigbar und unbedenklich sind, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Dies ist deshalb besonders wichtig, da Cumarin gesundheitsschädliche Wirkungen hat, insbesondere auf die Leber. Ins Gewicht fällt dieses Problem aber nur bei einem regelmäßigen, längeren Verzehr größerer Mengen von Cassia-Zimt. Dies wäre zum Beispiel bei Kindern durch mehrwöchigen täglichen Verzehr von etwa 4, bei Erwachsenen von 8 Zimtsternen pro Tag erreichbar.

Zimtpulver in Mörser

Zimt enthält zahlreiche gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe

Wirkung der Inhaltsstoffe von Zimt

Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen zur Wirksamkeit von Zimt und seinen Inhaltsstoffen am Menschen. Viele Versuche wurden an Mäusen, oder nur im Reagenzglas durchgeführt. Zimt werden fördernde Wirkungen auf die Verdauung, antientzündliche wie auch antimikrobielle Effekte und auch positive Wirkungen bei Diabetikern nachgesagt.
Nicht umsonst wird Zimt in arabischen und asiatischen Ländern sehr häufig in der Küche eingesetzt. Zimt soll nämlich den Appetit fördern und die Darmtätigkeit anregen. So können mit Zimt gewürzte Speisen bekömmlicher gemacht und Verdauungsprobleme wie Völlegefühl und Blähungen verhindert werden. 
Laborversuche zeigen, dass Zimt den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen kann. Studien am Menschen beziehen sich besonders auf diese senkenden Wirkungen von Zimt auf den Blutzuckerspiegel bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern. Hierbei wirkte bereits eine tägliche Einnahme von nur 1 Gramm, also circa ein halber Teelöffel, Zimt reduzierend auf den Blutzuckerspiegel. Dies liegt daran, dass Substanzen im Zimt die Insulinwirkung zu verbessern scheinen, was sich auch auf eine verbesserte Fettverbrennung auswirken kann. So gibt es Hinweise, dass Zimt bei Übergewicht fettreduzierend wirksam sein kann. Die vorliegenden Hinweise zur anti-diabetischen und Übergewicht-reduzierenden Wirkung sind jedoch zum Teil widersprüchlich. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rät daher ab Zimtpräparate zur Nahrungsergänzung heranzuziehen. Dies solltest Du im Zweifel mit Deinem Arzt abklären.

Kapseln

Von Zimtpräparaten wird abgeraten

Was bei Zimtpräparaten zu beachten ist

Auf dem Markt gibt es mittlerweile schon eine Vielzahl verschiedener Kapseln und Pülverchen als Zimtpräparate, insbesondere für Diabetiker und Übergewichtige. Die Vertreiber versprechen, dass Du mit diesen Zimtpräparaten ganz leicht abnehmen und Fett verbrennen kannst. Momentan ist allerdings nicht bekannt, ob und welche Nebenwirkungen diese haben könnten, wenn sie längere Zeit eingenommen werden. Außerdem sind auch die positiven Effekte dieser Präparate noch nicht zweifelsfrei bewiesen. Es liegen zum Beispiel Hinweise vor, dass Zimt die blutzuckersenkende Wirkung von Medikamenten verstärken und damit zu einer Unterzuckerung führen könnte. Gerade bei Cassia-Zimt ist außerdem aufgrund des enthaltenen Cumarins große Vorsicht geboten. Werden Cassia-Zimt-Präparate längere Zeit eingenommen, so könnten Leberschäden die Folge sein. Von der Einnahme von Zimtpräparaten wird daher abgeraten. Um etwas für Deine Gesundheit und Figur zu tun, macht eine langfristige Ernährungsumstellung gepaart mit ausreichend Bewegung, z.B. einem Fitnessprogramm für Zuhause am allermeisten Sinn.

Dr. rer. nat Yvonne Hagenlocher
Yvonne studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim. Anschließend promovierte Sie am Institut für Ernährungsmedizin zum Thema anti-entzündlicher Einfluss von Nahrungsbestandteilen. Ihr Know-how im Bereich Ernährung möchte Yvonne an Dich weitergeben.