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Mythos oder Wirklichkeit - hält ein Apfel am Tag tatsächlich gesund?

„An apple a day keeps the doctor away“ - diese alte englische Weisheit kennt jedes Kind. Wer täglich einen Apfel isst, soll vom Arztbesuch verschont bleiben. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist es nur ein altes Märchen oder ist der Apfel tatsächlich so gesund? Wir sind dem Mythos mal genauer auf die Spur gegangen.

Äpfel

Äpfel - was können sie wirklich?


Was steckt in den kleinen Paradiesfrüchten?

Säuerlich oder süß, knackig oder mehlig – Apfelsorten gibt es für fast jeden Geschmack. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verzehr von 20 kg sind sie das beliebteste Obst der Deutschen. Dabei kommt die Redewendung tatsächlich nicht von ungefähr. Äpfel sind nicht nur lecker, sondern enthalten wirklich eine Reihe gesunder Bestandteile.

Dazu gehören Vitamine wie Vitamin C und E, die unseren Körper vor freien Radikalen schützen können. Bis zu 60 mg Vitamin C stecken je nach Sorte in nur einem Apfel – also bereits zwei Drittel des täglichen Bedarfs. Äpfel sind auch besonders reich an Ballaststoffen, wie Cellulose und Pektin, die für eine gute Verdauung sowie ein langanhaltendes Sättigungsgefühl entscheidend sind. Neue Studien zeigen ihren hohen Gehalt an speziellen sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Flavonoiden. Diese unterstützen unser Immunsystem, unterdrücken die Krebsentstehung und können entzündungshemmend wirksam sein. Durch ihre Härte und Knackigkeit können Äpfel auch der Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch dienen und so für ein gesünderes Mundgefühl sorgen.

Apfel ist nicht gleich Apfel

Zu beachten ist, dass die meisten Vitamine, Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe in der Schale oder direkt darunter stecken. Am besten ist es daher die Äpfel zwar gut gewaschen aber ungeschält, und frisch zu verzehren! Rotbackige Äpfel sollte man dabei grünen gegenüber aufgrund der besseren Nährstoffzusammensetzung vorziehen. Besonders vitaminreiche Sorten sind der „Berlepsch“ und der „Boskop“. Die alten Sorten sind meist besonders reich an Vitamin C, während jüngere Sorten wie „Pink Lady“ und „Granny Smith“ schlechter abschneiden.

Da Äpfel zu etwa 85 % aus Wasser bestehen sind sie außerdem vergleichsweise kalorienarm. Dennoch sollte man sich vom Schein nicht trügen lassen. Natürlich enthalten auch Äpfel Zucker, und zwar Fruchtzucker, und sollten daher trotz ihrer Vorzüge nur in Maßen verzehrt werden.

Äpfel am Baum

Ältere Sorten sind besonders reich an Vitamin C

Forscher klären den Mythos

Laut Wissenschaftlerin ist an dem Apfelmythos viel Wahres. Ob ein Apfel am Tag aber ausreicht den Doktor fernzuhalten, bleibt unklar. Viele Untersuchungen wurden bisher nur im Reagenzglas oder an Tierversuchen durchgeführt. Hier zeigen sich zahlreiche positive Wirkungen von Äpfeln auf die Gesundheit. So sollen sie das Risiko für Alzheimer sowie Krebs senken. Britische Forscher konnten zeigen, wer jahrelang täglich einen Apfel isst, kann seinen Cholesterinspiegel senken und damit Herzkreislauferkrankungen vorbeugen.

Ein Forscherteam aus USA untersuchte außerdem, ob der tägliche Apfel tatsächlich zu weniger Arztbesuchen führt. Das erste erstaunliche Ergebnis war, dass unter den 8700 Teilnehmern nur rund 9 % überhaupt täglich zum Apfel griffen. Diese „Apfelesser“ gaben auch tatsächlich an seltener den Arzt aufzusuchen als die „Apfelmeider“. Allerdings muss dies relativiert betrachtet werden, da die „Apfelesser“ auch einer höheren Bildungsschicht angehörten, seltener rauchten und schlanker waren. Wurde dies mit einberechnet ergaben sich keine Unterschiede mehr. Dagegen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten schnitten die „Apfelesser“ auch nach Einbeziehen dieser Zusammenhänge deutlich besser ab als die „Apfelmeider“.

„5 am Tag“ als neuer Leitspruch

Doch reicht ein Apfel am Tag schon aus, um sich gesundheitlich etwas Gutes zu tun? Das alte englische Sprichwort über den Apfel als Wunderfrucht ist inzwischen etwas überholt. Natürlich spielt auch die restliche Ernährungsweise eine entscheidende Rolle. Wer sich nur von Süßigkeiten, Fast Food & Co ernährt, den wird auch der tägliche Apfel nicht retten können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt „5 am Tag“, also 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, zu verzehren. Dabei sollten es optimaler Weise 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst sein. Hierbei können, müssen aber nicht, Äpfel dabei sein. Ein regelmäßiger Obstverzehr kann laut aktueller Studien das Herzinfarktrisiko um bis zu 21 % senken. Auch auf Krebserkrankungen wirkt sich ein erhöhter Obst- und Gemüsekonsum positiv aus.

Gemüse und Obst

Genieße die bunte Vielfalt an Obst und Gemüse

Fazit

Einen Apfel pro Tag zu essen, ist also durchaus sinnvoll. Dies zeigt uns, dass schon kleine Änderungen in den Ernährungsgewohnheiten sich positiv und nachhaltig auf unsere Gesundheit auswirken können. Natürlich darf es aber täglich auch gerne mehr Obst und vor allem Gemüse sein. Die Regel „5 am Tag“ ist dabei eine hervorragende Richtschnur. Ziel ist eine langfristige Ernährungsumstellung . Mit einer außerdem rundum ausgewogenen Ernährung und ausreichend täglicher Bewegung wirst Du sicherlich den Arztbesuch am besten umgehen können.

Dr. rer. nat Yvonne Hagenlocher
Yvonne studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim. Anschließend promovierte Sie am Institut für Ernährungsmedizin zum Thema anti-entzündlicher Einfluss von Nahrungsbestandteilen. Ihr Know-how im Bereich Ernährung möchte Yvonne an Dich weitergeben.