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Kryolipolyse - kann Kälte überschüssiges Körperfett zum Schmelzen bringen?

Wer träumt nicht davon lästige Fettpölsterchen ganz ohne große Anstrengung loswerden zu können? Der neueste Trend der Kryolipolyse verspricht ein sprichwörtliches Wegfrieren von Fett. Doch funktioniert dies wirklich? Wir erzählen es Dir!

Eiswürfel

Kann Kälte überschüssiges Fett zum Schmelzen bringen?

Besonders Fettpolster an Bauch, Oberschenkeln oder Hüfte kennt fast Jeder von uns. Oft halten sie sich auch bei Diäten hartnäckig. Sehr häufig betroffen sind Frauen in den besten Jahren, die selbst durch Sport oftmals keine Erfolge erzielen können. Wenn es wieder auf die Sommermonate zugeht und wir mehr Haut zeigen können, möchten wir dieses überschüssige Fett am liebsten so schnell es geht loswerden. Genau dies verspricht der Beautytrend „Kryolipolyse“. Dieser kommt aus den USA, wo er von Wissenschaftlern der Harvard Universität entwickelt wurde. Kryolipolyse wird inzwischen aber auch immer mehr bei uns in Deutschland angeboten. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und steht für kyros = Frost, lipa = Fett und lysis = Auflösung.

Wie läuft die Behandlung ab?

Das Prinzip der Kryolipolyse, auch „Coolscultping“ genannt, ist folgendes: Fettzellen fühlen sich bei unserer Körpertemperatur von 37 Grad pudelwohl. Wird es jedoch kälter als 5 Grad, so kommt es zum Absterben von Fettzellen. Man spricht von sogenannter Apoptose, dem Zelltod. Vor der Behandlung wird die Haut durch ein Kälteschutzgel geschützt. Dies dient dazu, dass gezielt nur die Fettzellen im betroffenen Körperareal heruntergekühlt und damit abgetötet werden, die Haut sowie Sehnen und Muskeln durch die Kryolipolyse jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Anschließend wird das Gerät zur Durchführung der Kryolipolyse, der sogenannte Kühlapplikator, an das betroffene Körperareal angelegt. Durch Unterdruck wird die gewünschte Körperstelle angesaugt und auf 4 Grad heruntergekühlt. Die Behandlung ist wohl deutlich spürbar, nicht jedoch schmerzhaft. Eine Sitzung dauert in der Regel eine Stunde. Nach dieser Zeit wird der Kühlapplikator entfernt und an der behandelten Körperstelle ist eine starke Hautrötung sowie eine Fettwulst sichtbar. Mittels Massage werden die abgestorbenen Fettzellen im Bereich dieser Wulst in das gesunde Gewebe einmassiert, so dass sie über die Lymphe sowie das Blut abtransportiert werden können. Das Gefühl nach der Behandlung wird mit einem starken Muskelkater verglichen. Bis das Ergebnis sichtbar wird dauert es nach der Behandlung noch ungefähr 3 Monate. Für schlanke Personen mit Problemzonen reicht im Normalfall eine Sitzung aus. Liegt mehr Fettgewebe vor können bis zu drei Sitzungen notwendig sein.

Wer profitiert davon?

Experten raten, dass die Kryolipolyse nur dann angewendet werden sollte, wenn es sich um kleine, umschriebene Fettpolster handelt. Es ist also eine Methode für Menschen, die insgesamt nicht dick sind, sondern nur an einzelnen Stellen störende Fettpölsterchen besitzen. Übergewicht oder Adipositas (Fettleibigkeit) kann hiermit nicht behandelt werden, sprich es ist keine Methode um allgemein schlank zu werden. Vielmehr können Fettmengen von maximal ein bis zwei Hand voll pro Problemzone laut Fachleuten noch gut mit der Kryolipolyse entfernt werden. Pro Behandlung können an den betroffenen Stellen laut Erfahrungswerten bis zu 20 % des Fettes entfernt werden. So kann bei einer Behandlung am Bauch zum Beispiel eine Reduktion des Bauchumfangs um bis zu 6 cm realistisch sein.

Frau misst Bauch mit Maßband

Mithilfe von Kryolipolyse den Bauchumfang reduzieren


Allerdings stellt sich die Frage, wie lange dieser Effekt anhält bzw. ob das Fett nach der Kryolipolyse für immer wegbleibt? Dies liegt am Patienten selbst, sprich daran wie stark er seine restlichen Fettzellen wieder „anfüttert“ und damit zum Anschwellen und Teilen bringt. Dies kann bei falscher Ernährung und Bewegungsmangel auch an der behandelten Stelle rasch wieder zu Fettpolstern führen. Die durch die Methode abgetöteten Fettzellen bleiben aber dauerhaft entfernt. Wichtig ist also auch nach der Behandlung eine ausgewogene Ernährung mit regelmäßiger Bewegung. Die Kryolipolyse stellt somit keine dauerhafte Lösung dar, um einen ungesunden Lebensstil zu kompensieren.

Doch was muss einem diese Schönheitsbehandlung wert sein? Für eine Behandlung können locker um die 700 bis 1500 Euro fällig werden, abhängig von der betroffenen Körperregion. Es gibt auch billigere Anbieter, doch hier sollte man vorsichtig sein. Es könnte sich unter Umständen um nicht ausreichend sachkundige Personen oder nicht funktionstüchtige Geräte handeln. Daher wird geraten einen Facharzt für die Behandlung aufzusuchen.

Risiken

Die Methode der Kryolipolyse hört sich simpel und erfolgversprechend an, doch birgt sie auch Risiken? Experten halten das Verfahren grundsätzlich für unbedenklich, es sollte jedoch in jedem Fall vor der Behandlung ein Facharzt befragt werden. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, da nicht Jeder für die Behandlung geeignet ist. Liegen zum Beispiel Hauterkrankungen, Gefäßveränderungen, Einnahme von Gerinnungshemmern oder eine Schwangerschaft vor wird von der Kryolipolyse dringend abgeraten. Bisher sind nur wenige Nebenwirkungen aufgetreten bzw. bekannt. Dabei kann es sich um Hautverfärbungen, blauen Flecken oder Gefühlsstörungen im behandelten Bereich handeln, die in der Regel aber nach einiger Zeit verschwinden.

verschiedenes Obst und Gemüse

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann nicht ersetzt werden



Fazit

Die Kryolipolyse scheint für die Behandlung von kleinen Fettpölsterchen also durchaus erfolgreiche Ergebnisse zu liefern. Sie stellt jedoch keine geeignete Methode dar, um Übergewicht zu bekämpfen und schlank zu werden. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichender körperlichen Betätigung ist hiermit nicht zu ersetzen.
Wer abnehmen möchte kommt an einer langfristigen Ernährungsumstellung und ausreichend Sport, z.B. durch ein Fitnessprogramm für Zuhause , nicht vorbei.

Dr. rer. nat Yvonne Hagenlocher
Yvonne studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim. Anschließend promovierte Sie am Institut für Ernährungsmedizin zum Thema anti-entzündlicher Einfluss von Nahrungsbestandteilen. Ihr Know-how im Bereich Ernährung möchte Yvonne an Dich weitergeben.