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Isotonische Getränke - ein Muss für jeden Sportler?

Wer Sport treibt verliert beim Schwitzen nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wertvolle Elektrolyte. Hier sollen isotonische Getränke den optimalen Ausgleich schaffen, sie sollen gar vor bedrohlichen Leistungsabfällen und Muskelkrämpfen schützen. Doch bieten sie tatsächlich einen Vorteil gegenüber Wasser oder der guten alten Apfelschorle?

2 Flaschen Powerrade

Bunte isotonische Getränke sollen die sportliche Leistung verstärken


Bei sportlichem Training bleibt das Schwitzen nicht aus. Über den Schweiß verlierst Du dabei nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wertvolle Mineralstoffe, sogenannte Elektrolyte. Zu ihnen gehören unter anderem Natrium, Kalium und Magnesium. Laut Werbeaussagen sind isotonische Getränke geradezu ein Muss beim Sport - ohne sie könne es zu Muskelkrämpfen oder gar Kreislaufzusammenbrüchen kommen.

Inhaltsstoffe

Isotonische Getränke enthalten neben Wasser, auch Mineralstoffe sowie oftmals weitere Zusätze. „Isotonisch“ bedeutet dabei, dass sie eine ähnliche Anzahl an gelösten Teilchen, sprich Zucker und Mineralstoffe, aufweisen wie sie im Blut vorkommen. Dadurch können sie schnell im Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Es gibt sie in fertiger Form im Handel, oder auch als Pulver, das Du dir selbst anrühren kannst. Neben den genannten Inhaltsstoffen enthalten isotonische Getränke auch eine ganze Menge Zucker und zur Verbesserung des Geschmackes diverse Aromastoffe. Man findet in ihnen auch jede Menge synthetischer Farbstoffe. Daher sind die Getränke oft knallbunt gefärbt, von neongelb bis dunkelblau. Oft sind hochkonzentrierte Zusätze an Vitaminen oder Mineralien enthalten, die in dieser Menge gar nicht notwendig sind. Des Weiteren findet sich in manchen isotonischen Getränken auch Taurin. Dieses soll durch seine belebende Wirkung für einen Leistungsschub sorgen, was jedoch wissenschaftlich bisher nicht belegt werden konnte. Es gibt auch kalorienarme Varianten isotonischer Getränke, die Süßstoffe wie Saccharin oder Aspartam enthalten. Man sollte sich hier jedoch nicht verleiten lassen, da solche Getränke gerade einen gewissen Energieschub dank des enthaltenen Zuckers verleihen sollen, und diese Süßstoffe außerdem umstritten sind.  

Freizeitsportler versus Hochleistungssportler

Sportler wird Trinkflasche gerreicht

Den Flüssigkeitsverlust ausgleichen


Treibt man nur als Freizeitsportler moderat und dabei nicht länger als eine Stunde am Stück Sport, so ist der Flüssigkeitsverlust zwar durchaus nicht zu unterschätzen, der Verlust an Elektrolyten hält sich jedoch in Grenzen. Hier reicht es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung daher aus auf Wasser oder Fruchtsaftschorle als „Sportgetränk“ zurückzugreifen. Zu beachten ist, dass nicht zu viel Kohlensäure enthalten sein sollte, da sich diese durch Dehnung des Magens unangenehm und ggf. leistungsmindernd auswirken kann. Ist das Training länger als ein bis zwei Stunden oder intensiver, wie es bei Hochleistungssportlern der Fall ist, sollte jedoch nicht nur der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen, sondern auch der Mineralstoffhaushalt insbesondere der Natriumverlust wieder ins Lot gebracht werden. In diesem Falle können isotonische Getränke eine Möglichkeit darstellen.

Günstige Alternativen

Isotonische Getränke sind jedoch nicht gerade günstig. Daher ist es durchaus eine Überlegung wert statt industrieller isotonischer Getränke auf Apfelschorle zurückzugreifen. Mischt man sich die Apfelschorle mit 100 ml Apfelsaft und 200 ml natriumreichem Mineralwasser an, so erhält man ein isotonisches Getränk mit ähnlichem Nutzen, jedoch bedeutend preiswerter. Es enthält laut dem Deutschen Olympischen Sportbund die optimale Menge an Energie in Form von Zucker, sowie an Mineralstoffen.

viele Äpfel

Apfelschorle ist ein günstiges, natürliches isotonisches Getränk

Da isotonische Getränke sehr zuckerhaltig sind, sollten sie keinesfalls als Durstlöscher zum Beispiel im normalen Alltag verwendet werden. Mit 53 kcal pro 250 ml stellen sie regelrechte Dickmacher dar. Einen solchen Energieschub in Form von Zucker benötigen auch Freizeitsportler nicht. Dieser macht nur für intensiv trainierende Athleten Sinn. Hier zeigen sportmedizinische Untersuchungen, dass eine zusätzliche Zufuhr an Kohlenhydraten und Mineralstoffen im Spitzensport verlängernd auf die Leistungsfähigkeit wirken kann. Wie erklärt bietet diese Voraussetzungen, aber auch die gute alte Apfelschorle.

Für den Freizeitsportler, der moderat trainiert, bringen isotonische Getränke also keinen Mehrwert. Hier eignen sich ebenso Mineralwasser oder Fruchtsaftschorle. Hochleistungssportler können davon durchaus profitieren. Aber auch sie können auf Apfelschorle angemischt mit mineralienreichem Wasser zurückgreifen, oder aber sich den Sportdrink aus einem Liter Wasser mit 60 g Trauben- und 30 g Fruchtzucker selbst anmischen.

Dr. rer. nat Yvonne Hagenlocher
Yvonne studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim. Anschließend promovierte Sie am Institut für Ernährungsmedizin zum Thema anti-entzündlicher Einfluss von Nahrungsbestandteilen. Ihr Know-how im Bereich Ernährung möchte Yvonne an Dich weitergeben.