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Gesunder Brokkoli jetzt auch ein "Booster" in der Krebstherapie?

Brokkoli ist gesund und liefert kaum Kalorien, dafür aber jede Menge wertvolle Inhaltsstoffe. Einer davon, das sogenannte Sulforaphan, soll laut neuesten Erkenntnissen sogar die Therapie bei Darmkrebs - der dritthäufigsten Tumorerkrankung in Deutschland - unterstützen. Was genau dahinter steckt, erfährst Du hier.

Brokkoli

Mit Brokkoli gegen Darmkrebs - sowohl präventiv als auch therapeutisch


Brokkoli ist nicht nur schmackhaft, sondern enthält auch zahlreiche Vitamine und jede Menge anderer wichtiger und gesunder Inhaltsstoffe. In ihm steckt z.B. sehr viel Vitamin C und Calcium, sowie beachtliche Mengen Carotin und Magnesium, hingegen nur wenige Kalorien. Um die Vitamine optimal zu erhalten, solltest Du auf eine möglichst kurze Garzeit achten. In Brokkoli enthaltene Antioxidantien können freie Radikale unschädlich machen und damit Dein Immunsystem unterstützen.

Neben Vitaminen und Mineralstoffen findet man in Brokkoli aber auch bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die Glucosinolate, denen gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen werden. Zu ihnen gehört das sogenannte Sulforaphan, welches in Brokkoli in hohen Konzentrationen zu finden ist. Sulforaphan wird eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs zugesprochen. Forscher in Heidelberg konnten jetzt auch nachweisen, dass Sulforaphan die Wirkung bestimmter Chemotherapien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs unterstützen und damit positiv beeinflussen kann. Chemotherapeutika und Sulforaphan aus Brokkoli haben eines gemeinsam, sie bringen Krebszellen um. Der Vorteil von Sulforaphan liegt dabei jedoch darin, dass es auch die besonders resistenten Tumorstammzellen töten kann, die durch normale Chemotherapeutika oftmals nicht zerstört werden.

Sulforaphan unterstützt Darmkrebsbehandlung

Viele Pillen

Sulforaphan kann die Wirkung der Antikrebs-Medikamente unterstützen


Sulforaphan wirkt nicht nur vorbeugend auf Krebs, sondern kann laut neusten Forschungserkenntnissen zudem die Darmkrebsbehandlung unterstützen, indem es die körpereigene Produktion bestimmter Enzyme ankurbelt. Wurden menschliche Darmkrebszellen in Laborversuchen zuerst mit Sulforaphan und anschließend mit einem Antikrebs-Medikament behandelt, so wurden sie besser abgetötet als durch das Medikament alleine. Durch Sulforaphan konnte die Dosis des Medikaments heruntergeschraubt und dennoch gleich gute Ergebnisse auf die Krebszellbekämpfung erzielt werden. Ein Medikament mit der Reinsubstanz Sulforaphan ist bisher jedoch noch nicht auf dem Markt, und wird vermutlich auch noch eine Weile auf sich warten lassen. Es stellt sich daher die Frage, ob notwendige Konzentrationen an Sulforaphan auch über die tägliche Ernährung zu erreichen wären. Die Forscher verwendeten tatsächlich in ihren Versuchen Mengen an Sulforaphan, die auch durch Verzehr von Brokkoli im Darm ankommen, also geringe Mengen, die selbst über die Nahrung erreicht werden können.

Andere Quellen des „Super-Stoffs“ Sulforaphan

Neben Brokkoli stellen besonders Brokkolisprossen eine sehr gute Sulforaphanquelle dar. Diese enthalten im Vergleich zu ausgewachsenem Brokkoli etwa 20 bis 100 Mal so viel Sulforaphan. So könnte man sich zum Beispiel ein bis drei Teelöffel dieser Sprossen in den Salat oder Kräuterquark mixen, und damit therapeutisch wirksame Dosen dieser Substanz zu sich nehmen. Außerdem enthält nicht nur Brokkoli Sulforaphan, sondern auch andere Gemüsesorten der Kreuzblütler wie Blumenkohl, Kresse, Rucola, Rosenkohl und Kohlrabi.

verschiedene Blumenkohlköpfe

Auch andere Kohlsorten enthalten das gesunde Sulforaphan


Deutsche Forscher aus dem Bereich der Biotechnologie haben zudem zum Ziel die Konzentration von Glucosinolaten in Brokkoli durch spezielle Züchtung zu erhöhen und damit „Functional Food“ zu erzeugen. Dies sind Lebensmittel, die einen zusätzlichen positiven Nutzen für die Gesundheit besitzen.

Das bedeutet nun aber nicht, dass Krebs allein durch die Ernährung geheilt werden kann. Aber zumindest könnte durch natürliche Substanzen wie Sulforaphan die Antikrebs-Therapie positiv unterstützt werden. Bisher konnten die Forscher die Ergebnisse jedoch nur im Reagenzglas zeigen. Sie wollen aber zukünftig erste Untersuchungen an Krebspatienten vornehmen, mit der Hoffnung, dass sich die Effekte hier bestätigen lassen.

Dr. rer. nat Yvonne Hagenlocher
Yvonne studierte Ernährungswissenschaft an der Universität Hohenheim. Anschließend promovierte Sie am Institut für Ernährungsmedizin zum Thema anti-entzündlicher Einfluss von Nahrungsbestandteilen. Ihr Know-how im Bereich Ernährung möchte Yvonne an Dich weitergeben.